Märzexkursion der VAM e.V. 2026

18 Teilnehmer trafen sich südlich von Hartenstein nahe der Oberburg Stein und erreichten nach einem kurzen Anstieg den Raub-Rittersteig, der durch ein LSG oberhalb der Zwickauer Mulde führte:

In dem von Rot-Buchen dominierten Wald bleibt Totholz liegen und beweist dadurch, wie viele Lebewesen am Zersetzungs-Prozess beteiligt sind. Vorrangig sind das viele verschiedene Pilze, die in der Lage sind, Lignin und Zellulose als Vorverdauer aufzuspalten, indem ihr Myzel in das tote Holz eindringt:

wie z.B. der Umberbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa):

oder der Rostbraune Feuerschwamm (Fuscoporia ferruginosus):

Auch Schlauchpilze wie die Langstielige Ahorn-Holzkeule  (Xylaria longipes) beteiligen sich am Abbau:

und sind die Ursache für das "Giraffenholz":

Auf der Borke konnten Schleimpilze , Schichtpilze u.a. gefunden werden

hier das Wespennest (Metatricha vesparium):

 

Revision der Artnamen von 2025 nach der Märzexkursion 2026 und Mikroskopie durch A. Heimer :

Foto A. Heimer

Die Schleimpilzart im Zentrum des Fotos wurde bei der Februar-Exkursion 2025 nach Foto falsch als "Gelber Scheinhaarstäubling (Hemitrichia clavata)" bestimmt. Schon damals bestimmte A. Heimer nach einem Schlüssel, dass dies eher Hemitrichia calyculata sein müsste - zusammen mit noch einer anderen unbekannten Art (s. oben Mitte und u. rechts) - hatte jedoch keine Argumente, da Exsikkate fehlten. Durch glücklichen Zufall konnten 2026 an gleicher Stelle des Raubrittersteiges beide Arten wieder angetroffen werden; dieses mal jedoch separat wachsend. (s. Fotos unten). Anhand von Mikromerkmalen wurden sie am Folgetag sicher bestimmt.

Foto A. Heimer

Kelch-Scheinhaarstäubling- (Hemitrichia calyculata)

Mikro-Foto zeigt das typische netzige Capillitium

Foto: A. Heimer

Orangefarbiger Kelchstäubling- (Trichia scabra)Mikro-Foto zeigt das typische dornige Capillitium

 

An der Ruine Ilsenburg, wahrscheinlich eine Wehranlage aus dem 12. Jh., wurde Rast gehalten, versorgt mit Zimtschnecken von Oliver:

Zügig zurück über Wildbach wurde das Gebiet an der Mulde mit den Österreichischen Prachtbecherlingen (Sarcoscypha austriaca) erreicht,

die in beachtlicher Größe überraschten:

Entlang der Zw. Mulde wurde ein Fichtenwäldchen erreicht und auch der versprochene Fichtenzapfen- Stromabecherling (Ciboria bulgariodes) gefunden:

Die intensive Exkursion konnte kurz vor einem Pilz-freundlichen heftigen Regen mit allgemeinem Erfolgserlebnis gegen 14.00 Uhr abgeschlossen werden.

Zusammenfassend die Artenliste: erstellt von F. Fischer / Foto A. Heimer

Text: Brigitte

Fotos; Brigitte, Anne, Anni, Susanne, Thomas, Corne, Andreas, Jochen, A.Heimer

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